Livity – oder, Wie aus einer unscheinbaren Kartoffel ein wunderschönes Gemüse wird

Livity_Bjoern Jager KopieKartoffeln und Kosmetik gehören von jeher zusammen – wer hat noch nicht nach einer durchzechten Nacht auf der heimischen Couch gelegen und sich Kartoffelscheiben auf die Lider gelegt, um die Müdigkeitsschwellungen unter den Augen zurückzudrängen? Gut, zugegeben, das ist hanebüchen, man nimmt Gurken. Gurken aber finden sich auch im besten Cocktail der Welt, dem Moscow Mule, und so schließt sich wiederum doch der Kreis: Kartoffeln, Kosmetik, Cocktails. Auf diese Rechnung lässt sich das Konzept des „Livity“ herunterbrechen, eines neu eröffneten Ladens in der Elbestraße 20.„Laden“ beinhaltet in diesem Fall gleich drei Komponenten: Das „Livity“ bietet als Bistro mittags Ofenkartoffeln, abends als Bar Cocktails und den ganzen Tag über als Beautysalon Behandlungen zwischen Maniküre und Hyaluronprozeduren. Natürlich lassen sich alle drei Komponenten beliebig mischen: Essen, dann Fingernägel. Oder zunächst Augenbrauen und anschließend ein Cocktail. Extra für diesen Zweck bietet das „Livity“ Beautymenüs an, die für das leibliche Rundumwohl von Haut bis Magen (oder Leber) sorgen.

Wie aber kommt man nun auf die Idee, Kartoffeln und Kosmetik zu mischen? Angefangen, so Inhaber Matthias Börner, habe alles bereits mit einem Beautysalon auf der Kaiserstraße. Als nach einem privaten Umzug in die Elbestraße ein Ladengeschäft im Erdgeschoss frei wurde, haben er und seine Partnerin zugeschlagen: Man konnte sich nun einen kleinen Traum erfüllen – vorne im Laden ein Bistro, hinten Kosmetikbehandlungen. Und Kartoffeln haben im Angebot des Bahnhofsviertels mit seinen internationalen Spezialitäten schlicht gefehlt.

Wenn hier von bloßen Ofenkartoffeln die Rede ist, ist das aber eine Untertreibung. Ähnlich wie die Kumpir wird die im Ofen gegarte Kartoffel mit allerlei Gemüse gefüllt und bekommt anschließend einen Schlag. Nämlich einen Schlag Sauerrahm oder Knoblauchsoße. Nach Geschmack kann man zusätzlich noch eine Fleischbeilage ordern (zum Beispiel gebratene Hähnchenbrust- oder Rindfleischstreifen). Nicht nur die Kartoffeln und das Fleisch schmecken, wie Kartoffeln und Fleisch schmecken sollen, ebenfalls besticht das Gemüse durch seine Frische. Es wäre schließlich auch der Schönheit nicht zuträglich, keine hochwertigen Waren zu verwenden – also auch hier wieder ein geschlossener Kreis. Einzig ein Salzstreuer hat gefehlt. Man kann jetzt vermuten, dass Salz dem Körper und der Haut wichtige Flüssigkeit entzieht, aber hey, anschließend kann man sich ja eine Gesichtsmaske gönnen.

Schließlich gibt es da noch die Cocktails – 130 insgesamt, viele davon Eigenkreationen des Barkeepers, der sein Handwerk in einem Steigenberger Hotel gelernt hat. Schiefgehen kann da kaum was, es sei denn, er steckt statt der Gurken Kartoffeln in den geliebten Moscow Mule.

Auch das Ambiente an sich kann überzeugen: Modern meets do it yourself. Man macht es sich auf selbstgebauten Bänken aus Holzstämmen inmitten des in Weiß und Pastellfarben gehaltenen Raumes gemütlich und genießt den Ausblick auf das wirre Treiben in der Elbestraße. Dass man genau am richtigen Ort sitzt, fällt schon vorm Essen auf. Hier nämlich haben die Glibberperlen des Bubbletea ihre einzig richtige Berufung als Dekomaterial in einer Vase gefunden. Cheers to that!

Tritt man am Ende gut genährt, schöner als zuvor und alles in allem äußerst zufrieden aus der Oase hinaus auf die Straße, kann es einem auch bei schönstem Sonnenschein passieren, dass in einem Hauseingang nebenan eine Frau von unschätzbarem Alter sitzt und ihre, sagen wir, ganz eigene Version von Rihannas „Umbrella“ singt.

Livity, Elbestraße 20

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